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Informationen zum Gemeinsamen Antrag 2012

Betriebsübergaben / Änderung der Bankverbindung:

Bei Betriebsübergaben ist so frühzeitig wie möglich der Antrag für einen Betriebs- bzw. Personenident zu stellen, da der Gemeinsame Antrag nur mit den entsprechenden Identnummern gestellt und erforderliche Übertragungen von Zahlungsansprüchen in ZID vorgenommen werden können.

Für die Änderung einer Bankverbindung ist als Nachweis der Kontoinhaberschaft der Bundespersonalausweis und die Bank-Karte im Original oder eine Bankbestätigung nach dem im Gemeinsamen Antrag beigefügten Muster vorzulegen.

Sofortprogramm des Bundes für Milcherzeuger: - weggefallen -

Luftbilder:

Auch dieses Jahr sind den Antragsunterlagen Luftbilder in Echtfarben beigefügt. Diese stammen aus den Jahren 2010 und 2011 (siehe Karte).

Es sollte wegen der jährlich erfolgenden Luftbildverifizierung besonderes Augenmerk auf die Richtigkeit der vorgetragenen Bewirtschaftungsgrenzen (zu Nachbarschlägen, Wegen, Wald etc.) und den Abzug nicht landwirtschaftlicher Flächen (Hütten, Lagerflächen etc.) gelegt werden.


     

Flächen- und Nutzungsnachweis:

Grünland (NC 459, 490, 592) ist auf dem FNN wieder vorgetragen. Die für die HIAP-Verfahren Winterbegrünung und Mulch- und Direktsaatverfahren potentiell förderfähigen Flächen, die in der Gebietskulisse „Gewässerschutz“ liegen, sind in der neu eingeführten Spalte 20 durch ein „X“ gekennzeichnet.

Unbefestigte Mieten, Stroh-, Futter- und Dunglagerplätze gelten, sofern sie größer als 100 m² oder dauerhaft angelegt sind, in der Betriebsprämie als NLF und sind mit der Codierung 994 und 996 zu beantragen

Flächen aus der Produktion:

NEU: mind. einmal jährlich Aufwuchs mulchen oder Mähgut abfahren (s. S. 11 des Merkblattes zum GA bzw. S. 13 der Cross Compliance-Informationsbroschüre 2012)

Hessisches Integriertes Agrarumweltprogramm (HIAP)

Da die derzeitige Förderperiode der EU im Jahr 2013 endet und die Ausgestaltung der nächsten Förderperiode noch offen ist, werden zum 31.12.2012 auslaufende Altverträge, die im bisherigen Umfang weiter geführt werden sollen, nur um 1 Jahr verlängert.

Erforderliche Neuverträge mit einer 5-jährigen Laufzeit (bis 2017) werden mit einer Revisionsklausel (Vertragsaufhebung bei Änderung der Rahmenbedingungen, wie z.B. Cross-Compliance, Vertragsbedingungen) und einer Vertragsausstiegsmöglichkeit für beide Seiten geschlossen. In beiden Fällen besteht die Möglichkeit ohne Sanktionen und Rückforderungen das Vertragsverhältnis zu beenden.

Vertragsteilnehmer sollten unbedingt darauf achten, dass die Verringerung des Grünlandumfangs (außer durch Besitzwechsel) nicht gestattet ist.

An den Einzelprogrammen interessierte Antragsteller können sich im Amt für den ländlichen Raum über die Gebietskulissen und ihre Flächen informieren. Die Gebietskulissen sind auch über die Internetseite www.hiapviewer.hessen.de und über die Internetseite des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) einzusehen.

Ökologischer Landbau; Anlage von Blühflächen und Schonstreifen; Mulch- oder Direktsaatverfahren

Keine Veränderungen gegenüber dem Vorjahr!

Standortangepasste Grünlandextensivierung

Zu beachten ist:

- Eine Übernahme der zu verlängernden Vertragsflächen 2013 durch andere
  Bewirtschafter ist nicht möglich.

- Antragsteller, die mittlerweile am HIAP Ökologischer Landbau verfahren
   teilnehmen, sollten sich informieren, ob Naturschutzfachliche Sonder-
   leistungen vereinbart wurden und somit eine Weiterführung des HIAP-
   Grünlandvertrages sinnvoll ist.

Das Führen einer Schlagkartei/Weidetagebuch ist Pflicht.

Erneuerbare Energien aus der Region - NAWARO - Aktivitäten - Einsatzmöglichkeiten

Das Amt für den ländlichen Raum Vogelsberg befasst sich seit über einem Jahr mit Möglichkeiten der energetischen Nutzung unserer heimischen Biomasse - (nachwachsende Rohstoffe) - NAWARO's

Warum eine eigene Energiesicherung ?
-  Die Erdgas- und Erdöllieferungen, bspw. aus Russland, zeigen unsere           
   ergetische Abhängigkeit und Verwundbarkeit. Die in den letzten Jahren rapid 
   gestiegenen Kraftstoff-, Erdöl- und Erdgaspreise verdeutlichen, wie diese 
   fossilen Energierohstoffe auf Spekulationen, Krisen und Nachfrageerhöhungen
   preislich reagieren.
-  Diese Abhängigkeit von den fossilen Energieträgern und der zukünftig 
    begrenzten Förderung, belegen, wie wichtig zukünftig eine eigene
    Energiesicherheit ist (weltweit reicht Erdöl noch ca. 60 Jahre und Erdgas noch
    ca. 80 Jahre).
-  Auch von den zur Zeit etwas rückläufigen Öl- und Gaspreisen sollten wir uns
   nicht über die zukünftigen Preisentwicklungen, die weiter steigend sein
   werden, täuschen lassen. Die Hinweise für eine langfristige weltweite
    Verknappung sind eindeutig.
-  Nur wer heute die Weichen für eine eigene möglichst hohe Energiesicherheit
   stellt (wie z. B. Österreich = 68 % durch regenerative Energien bei der
   Stromversorgung), dem können doppelt oder dreifach künftige Öl- oder
   Gaspreiserhöhungen  nicht viel anhaben.
-  Auch das politische Ausgeliefertsein durch Lieferstopps ist dann schwerer
   möglich.

Wir in der ländlichen Vogelsbergregion können durch unsere Biomasse, die jährlich immer wieder neu heran wächst, eine eigene Energiesicherheit erreichen und zudem bleibt die Wertschöpfung in der Region.
Das Flächenpotenzial, auf dem außer Lebensmittel auch noch NAWARO's gewonnen werden können:
-  32.000 ha Grünland
    davon  2.000 ha Hutungen
                6.000 ha extensiv genutztes Grünland
              24.000 ha Wirtschaftsgrünland (konventionelle wie auch Öko-Bewirtschaftung)
-  31.000 ha Ackerland
              20.000 ha Getreide
                5.000 ha Hackfrucht
                6.000 ha Raps
-  54.000 ha Wald
-    8.000 ha Feldgehölze

 AG Biomasse
Die AG Biomasse hat sich, nach öffentlichem Aufruf unter Leitung des AlR gegründet. Die rd. 35 Mitglieder mit Vertretern aus Land- und Forstwirtschaft, Politik und Wirtschaft sowie interessierten Bürgern repräsentieren die Bandbreite der Akteure, die erforderlich sind, Projekte  für die heimischen NAWARO's und zur Sicherung der Kulturlandschaft, anzuschieben.

Bisherige Aktivitäten
-  Fachvorträge aus der Wirtschaft
-  Besichtigung bereits realisierter regionaler Projekte
-  Energie aus biogenen Brennstoffen, Referat des Landesbetrieb Landwirtschaft 
   Thüringen (Herr Hering), Organisation: Kreisbauernverband
-  Großveranstaltung zum Thema: Energetische Verwertung von Biomasse nach dem 
   Verfahren von Prof. Scheffer (Referent), Organisation: Wasser- u. Bodenverband,
   AG Biomasse. Ergebnis: Umsetzungsorientierte Machbarkeitsstudie einer 
   entsprechenden Anlage im Vogelsbergkreis soll zeitnah in Auftrag gegeben werden.
-  Fragebogenaktion zum Grünlandpotenzial und zur energetischen Verwertung des
   Auswuchses. Ergebnis: Die Annahme wurde bestätigt, dass rd. 10.000 ha Grünland
   des Vogelsbergkreises mittel- bis langfristig nicht mehr oder nur noch eingeschränkt
   genutzt werden wird. Rund 90 Landwirte gaben an, sich an Kooperationen beteiligen
   oder eine eigene Anlage betreiben zu wollen.
-  Die Arbeitsgruppe zur Verwertung von NAWARO's in Kleinfeuerungsanlagen.
   Dieser Zusammenschluss aus Energielieferanten, Heizungsbauern sowie der 
   genehmigenden (Bauamt) und überwachenden (Schornsteinfeger) Stelle erörtert
   vorzugsweise die genehmigungsrechtlichen  und verfahrenstechnischen Details,
   bspw. im Bereich der Getreideverbrennung. Ziel ist es, auf möglichst kurzen Wegen die
   regional erzeugten Brennstoffe in die Heizungsanlagen der Kleinverbraucher gelangen
   zu lassen. Hier fanden 3 Veranstaltungen statt; die Fortsetzung in 2007 ist geplant,
   soweit die zukünftig neuen Richtlinien für eine Getreidenutzung in Kleinanlagen
   vorliegen.

Die bisher genutzten u. möglichen heimischen NAWARO's
Scheidholz -
Kamin bis Vergaserheizanlage je nach Eigenwerbung - bisher noch
                   preiswerter Brennstoff
Holzhackschnitzel - mehrere Hersteller - wenige Anlagen
Holzpellets - bisher kein VB Hersteller, jedoch zahlreiche Lieferanten, Herstellung und
                   Transport sehr energieaufwendig.
                   Die Pellet-Feuerungsanlagen sind ausgereift. Lagerraum für einen
                   Jahresbedarf ist erforderlich.
Holzbriketts - für spezielle Feuerungsanlagen
Energiegetreide - in Heizungsanlagen über 100 KW zugelassen. Nach Hackschnitzel der
                          preiswerteste Brennstoff, jedoch besser verfügbar als Hackschnitzel.
                          In Heizungsanlagen von 15-100 KW bisher nur in Pilotanlagen möglich.
                          In Hessen 2 Anlagen, in der BRD ca. 10 Anlagen.
                          Eine Zulassung als Regelbrennstoff für die Landwirtschaft könnte nach
                          der Änderung der 1. BIMSCH-Verordnung möglich sein.
Strohpellets (graues Stroh) mit Kalkzusatz - bisher wenige Produzenten in Deutschland,
                    jedoch preiswerter als Holzpellets, an die Feuerungstechnik werden höhere
                    Ansprüche gestellt.
Strohballen -  über spezielle Heizanlagen sehr gut möglich. Bisher eine Anlage im Schlitzer
                     Land.
Heu als Pellet oder Ballen - die Feuerungsanlagen befinden sich noch in der Entwicklung.

Ein Kostenvergleich der aktuellen Preise
Ein Liter Heizöl oder ein Kubikmeter Erdgas zum derzeitigen Preis von über 0,55-0,65  €
einschl. Mwst. kann in seiner Energieleistung durch folgende NAWARO's ersetzt werden:
2,5 kg Energiegetreide   zum Preis von ca. 0,20-0,32 € incl. Mwst.
3,0 kg Stroh   zum Preis von ca. 0,15-0,20 € incl. Mwst.
2,5 kg Holzhackschnitzel (derzeitig noch) zum Preis von ca. 0,12-0,20 € incl. Mwst.
2,0 kg Holzpellets   zum Preis von ca. 0,50 € incl. Mwst.
2,5 kg trockenes abgelagertes Scheitholz (aus Selbstwerbung) zum Einkaufspreis von 
          derzeit noch ca. 0,12 € incl. Mwst.

Während die Holzprodukte an ihre Verfügbarkeitsgrenze stoßen, gibt es bei der Nutzung der landwirtschaftlichen NAWARO's (Mai, Ganzpflanzen, Energiegetreide, Stroh (Heu) und Energieholz) noch erhebliche Reserven.
Vor allem auf dem Land bieten sich diverse Einzellösungen an, wie z. B. eine gemeinsame Heizanlage mit entsprechendem Nahwärmenetz für vier und mehr Haushalte. Denn größere Kesselanlagen sind im Verhältnis zu Einzelkesseln deutlich günstiger. Ideal wären Heizanlagen, die von Hackschnitzel über Energiegetreide bis zum Stroh befeuert werden können.
Das unterschiedliche Abbrandverhalten von Holz, Getreide und Stroh sowie die Unterschiede bei Asche und Feinstaub sind bei der Anlagenplanung und der späteren Betreuung zu berücksichtigen.

Einsparpotenziale und zukünftige Energieversorgung
-  Alle Schwachstellen für Energieverluste beseitigen: u. a. durch Dämmung, bessere
   Fenster, Abluftwärmetauscher u. neue energiesparende Heizungsanlagen.
-  Die Errichtung und der Betrieb einer Biogasanlage ist in der Regel nur dann 
   wirtschaftlich, wenn neben dem Strom auch die Wärme für die nächsten 20 Jahre
   profitabel vermarktet werden kann.

Hinweis
Falls Sie den Anbau von Energieholz planen, setzen Sie sich bitte mit dem Amt für den ländlichen Raum, Adolf-Spieß-Str. 34, 36341 Lauterbach in Verbindung.
Ihre Ansprechpartner sind:
Lorenz Kock, Tel.: 06641/977-3521, e-mail: lorenz.kock@vogelsbergkreis.de
Fax: 06641/977-3501

 

 

 

 

 


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